Hintergrund von 'african reflections'



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Afrikanische Renaissance

Mit dem demokratischen Wandel im südlichen Afrika und dem damit besiegelten formellen Ende des europäischen Kolonialismus in Afrika wurde eine Zeit des gesellschaftspolitischen Umbruchs, des Wiederaufbaus und der Erneuerung auf dem afrikanischen Kontinent eingeläutet, die sich in lebhaft geführten Debatten beispielsweise um die Afrikanische Renaissance widerspiegelt. Das Wiederaufkommen des Konzepts der Afrikanischen Renaissance hat grundlegende Fragen einer endogenen Entwicklung Afrikas zurück auf die politische Agenda gebracht, wie z.B. die Entwicklungsrelevanz der lokalen afrikanischen Sprachen und deren Funktion bei der Demokratisierung der meist künstlich geschaffenen Staaten. Auch die Frage nach der Rolle der afrikanischen Eliten und nach einem breitenwirksamen und authentischen moralischen Fundament für die Neudefinition Afrikas steht heute genauso wieder im Mittelpunkt der Debatten wie die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit und der damit einhergehenden mentalen Entkolonisierung. Diese und andere Fragen werden durch eine Vielzahl von Personen und Akteuren reflektiert.



Kritische Weißseinsforschung

Einen weiteren Rahmen stellt die „kritische Weißseinsforschung“ dar, die sich ausgehend von Erkenntnissen der Schwarzen amerikanischen Rassismusforschung, in den 1990er Jahren etabliert hat, aber erst in den letzten Jahren in Deutschland rezipiert wurde. Dabei geht es im Rahmen der Beschäftigung mit Rassismus um die Untersuchung der historischen und sozialen Konstruktion von Weißsein, ebenso wie um die Auswirkungen dieses Konstruktionsprozesses auf die heutige Situation von Schwarzen, People of Colour und Weißen. Diese Perspektive auf derzeitige Machtbeziehungen und ihre historischen Grundlagen geht davon aus, dass eine Entkolonialisierung nicht nur Aufgabe „der“ AfrikanerInnen, sondern eben auch die der Kolonisierenden ist und eine Zusammenarbeit untereinander und der Bezug auf Schwarze Wissensproduktion bzgl. Rassismus notwendig macht.