Dialogforum 2007: 'Macht und Wissen'
Das Dialogforum verfolgt das Ziel, eine Brücke zwischen Afrika und Europa zu schla-gen, insbesondere, indem es dem Wissen, den Erfahrungen und den Perspektiven von AfrikanerInnen und Afro-EuropäerInnen einen besonderen Stellenwert einräumt.

Grundlegende Annahme dabei ist, dass diese Personen in der deutschen Öffentlichkeit, im wissenschaftlichen und politischen Betrieb aufgrund einer historisch gewachsenen und gesellschaftlich noch immer tief verwurzelten Diskriminierung immer noch zu wenig Gehör finden. Diesem Defizit möchte das Dialogforum entgegenwirken, dazu gehört es auch, die Bedingungen der Möglichkeit eines „Dialogs auf Augenhöhe“ zwi-schen Afrika und Europa immer wieder selbstkritisch im Rahmen der Veranstaltung zu reflektieren.
In der Auseinandersetzung mit Afrika wird in Europa, bzw. speziell in Deutschland zumeist auf ein bestimmtes, spezifisches Wissen über unseren Nachbarkontinent zurückgegriffen. Dieses Wissen – zumal von VertreterInnen von „Wissens“-Institutionen wie Universitäten, Forschungseinrichtungen oder Medien geäußert – wird meist als objektiv, rational, neutral, allgemeingültig und wahr dargestellt.
Dabei unreflektiert und unhinterfragt bleibt, dass es sich dabei um ein in spezifischen Machtverhältnissen historisch gewachsenes und gewordenes Wissen handelt, das nur einen möglichen von vielen unterschiedlichen Wissensbeständen darstellt. Zahlreiche Perspektiven, Interpretationen und Vorschläge – insbesondere aus Afrika bzw. von AfrikanerInnen selbst – bleiben somit ungehört, da ihnen nicht die oben genannten Attribute wie objektiv, rational etc. zuerkannt werden.
Diese Situation soll durch den kritischen Blick auf die Verschränkung von Macht und Wissen entlang zentraler Themen im Rahmen des Dialogforums 2007 reflektiert werden. Zudem möchte das Dialogforum eine Plattform bieten für Gesellschaftskritik, politische Konzepte und Visionen, die ihren Ursprung in Afrika bzw. in der afrikanischen Diaspora oder Afro-Deutschen Community haben.
Formal wird die Reihe 6 Veranstaltungen umfassen, von denen sich jeweils zwei mit den Unterthemen „Wahrnehmung Afrikas in der deutschen Öffentlichkeit“, „Wissensproduktion über Afrika in Deutschland“ und „Sprachpolitik in Afrika“ befassen werden.
Zu jedem Dialogforum eine/n HauptreferentIn und eine/n KommentatorIn eingeladen, so dass eine breite, gehaltvolle Diskussion möglich wird, zu der natürlich auch das Publikum eingeladen ist.
Veranstaltungsort des Dialogforums in 2007 ist die Galerie in der Heinrich-Böll-Stiftung.
Themen und Termine sind wie folgt geplant:
1. Afrika in Bildern 1: „The White man’s burden“ reloaded?! – Popstars als die neuen "Retter" der Armen? (31.01.07)
2. Afrika in Bildern 2: Un-Sicherheit an den Grenzen der EU – Afrikanische Flüchtlinge als Bedrohung europäischer Gewissheiten (04.04.07)
3. Afrika in der Wissenschaft 1: (K)ein Platz für kulturelle GrenzgängerInnen!? – Von der möglichen Bereicherung und gefühlten Bedrohung der deutschen Wissenschaft durch AfrikanerInnen (09.05.07)
4. Afrika in der Wissenschaft 2: Bis hierhin und nicht weiter!? – Die „gläsernen Decken“ im deutschen Wissenschaftsbetrieb für afrikanische WissenschaftlerInnen (04.07.07)
5. Sprachpolitik in Afrika 1: Ausweitung der Kampfzone – Zur Auseinandersetzung um den Stellenwert afrikanischer und europäischer Sprachen in Bildung und Wissenschaft in Afrika (19.09.07)
6. Sprachpolitik in Afrika 2:„Bewusstseins–Störungen“ – Der Zusammenhang von Unterdrückung und Befreiung, Entwicklung und Sprachpolitik im Rahmen der Afrikanischen Renaissance (21.12.07)